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"100 Jahre Tradition und Sport"


Unseren heutigen Sportverein "VfL Aplerbeckermark" verdanken wir 28 jungen, sportbegeisterten Männern, die in der damaligen Wirtschaft Klute auf der Aplerbecker Heide; im Jahre 1889 den Grundstein dazu legten. Sie gaben dem Verein den Namen "Starke Eiche". Zu der Zeit spielte man noch keinen Handball, man dachte noch nicht einmal daran. Dafür begeisterte man sich für das Turnen, die Leichtathletik und die Schwerathletik. Besonders geschätzt wurde der Ringkampf, mit dem erzielte die Aplerbeckermark bis kurz vor dem zweiten Weltkrieg große Erfolge. Im Jahre 1895 entstand in der Aplerbeckermark noch ein zweiter Sportverein, der in der Wirtschaft Käthner - unser heutiges Vereinslokal "Zum armen Dorfwirt" - unter dem Namen "Kaiser Eiche" gegründet wurde.
Der erste Weltkrieg brach aus, und damit starb das Vereinsleben. Viele Märker wurden eingezogen und viele mussten ihr Leben lassen. Von denen, die zurückkehrten, war die Liebe zum Sport nicht gestorben. Ein Jahr nach dem Krieg konnte man den Verein wieder neu aufbauen. Besonderes Lob und Anerkennung an dieser Stelle haben die beiden Sportkameraden Langenbach Fritz sen. und Langenbach Gustav verdient, die sich die Mühe und Arbeit des Vereins teilten. Die "Kaiser Eiche" war damit gestorben und wurde nicht wieder ins Leben gerufen.
Das Vereinsleben blühte, und man konnte schon bald mit jungen Menschen wieder eine kampfstarke Ringermannschaft auf die Beine stellen. Die Erfolge blieben nicht aus, und mit voller Begeisterung dachte man noch lange an die großen Mannschaftskämpfe zurück.
Im Jahre 1925 erlitt der Verein durch eine Unstimmigkeit in der Vereinsführung einen Tiefschlag. Die gesamte Ringermannschaft trennte sich vom Verein und gründete in der Gaststätte Klasen, unter dem Namen "Eintracht" einen zweiten Verein.
Mit ein wenig Glück verschaffte sich die "Starke Eiche" bald wieder eine Ringerabteilung, die sich durchaus mit der "Eintracht" messen konnte.
Aber trotz aller Erfolge im Ringen, wurde der Ruf nach dem Rasensport von den Jüngeren immer lauter. So entschied man sich im Jahre 1928 für das Handballspiel. Die Vereine und der Vorstand merkten früh genug, dass ihre bis dahin erfolgreichen Sportarten langsam zu Ende gingen, und man übernahm den Handballsport als Hauptsparte auf.
In den beiden Vereinen der "Starken Eiche" und der "Eintracht" begann ein starker Spielbetrieb. Auf dem Sportplatz bei Gockel am Schwerter Wald war die "Starke Eiche" zuhause und auf dem Kuhacker von Mutter Möller versuchte die "Eintracht" ihr Glück. Die Vereinslokale wurden verlegt. Die "Starke Eiche" zog nach Klasen und die "Eintracht" nach Ellerbrock um. Im Spiel waren beide Mannschaften gleich stark.
1932 stand die Mannschaft der "Starken Eiche" im Endspiel um die Kreismeisterschaft, die nur knapp verloren ging. Im gleichen Jahr wurde im Waldstadion eine Ortsmeisterschaft ausgetragen. Die "Eintracht" belegte den zweiten Platz hinter dem Sportclub 09 und die "Starke Eiche" den zweitletzten Platz vor DJK Ewaldi. Die Ortsmeisterschaft sollte von nun an jährlich ausgetragen werden, aber der politische Umschwung 1933 brachte die Auflösung sämtlicher Vereine. In dem Reichsbund wurden alle Vereine für Leibesübungen zusammengeschlossen. Die Arbeiter-, Turn- und Sportvereine verschwanden ganz. Man sah in ihnen eine politische Gefahr. Die "Starke Eiche" und die "Eintracht" schlossen sich zu einem Verein zusammen. Am 8. Oktober 1933 wurde im Lokal Klasen der Vollzug vorgenommen. Unter Anwesenheit von 130 Mitgliedern wurde aus der "Starken Eiche" und der "Eintracht" unser heutiger Verein "VfL". Bei so vielen aktiven Mitgliedern blieb der Erfolg nicht aus. Aller Anfang war für die Handballmannschaft schwer. Sie mussten in der untersten Klasse anfangen, konnten sich aber 1934 schon den Meistertitel erkämpfen. Von 41 ausgetragenen Spielen wurde nur ein Spiel verloren. Welch ein Erfolg. Viele Preise aus Pokal- und Werbewochen sind heute noch Zeugnis ihrer damaligen Spielstärke.
Die Ringermannschaft war auch voller Erfolge. Das hatten wir Sportlern wie Dietrich Dräger, Heinrich Breitenstein, Willi Ulmke, Karl Reinert, Willi Hasse, Willi Schmidt, Bernhard Jablonski, Heinrich Hannemann und Hans Lulla zu verdanken. Leider wurde der Nachwuchs vernachlässigt und der Rückschlag war nicht aufzuhalten. Inzwischen widmete sich die Jugend immer mehr dem Handballsport. Die größte Freude erlebte der Verein, als 1938 und 1939 beide Male der Meisterschaftstitel in die Aplerbeckermark geholt wurde. Die Freude war nicht von großer Dauer. Der zweite Weltkrieg brach herein und bis 1945 hatten wir viele Kameraden zu betrauern. Andere kamen als kranke, gebrochene Männer aus der Kriegsgefangenschaft zurück.
Im Oktober 1945 waren es Sportkameraden wie Fritz Langenbach, Heinrich Breitenstein, Jos. Finn, Adolf Doert, Willi Kickermann und Heinrich Aßheuer, um nur einige zu nennen, die sich wieder für den Verein stark machten. Mit einer neuen Jugend versuchten sie an alte Erfolge anzuknüpfen.
Da kam das Aus von der Militärregierung. Alle Vereine mussten sich auflösen. Der Kampf um die Tradition begann. Die Deutsche Sportbehörde strebte Zusammenschlüsse aller Vereine an und somit verweigerte man dem "VfL" die Aufnahme in den neu gegründeten Volkssportverband. Der Verein sollte sich dem Sportclub 09 anschließen. Man verzichtete darauf und orientierte sich nach Lichtendorf. Unter der Bezeichnung "Vereinte Freunde" Lichtendorf - Aplerbeckermark begann die neue, sportliche Tätigkeit.
Nachdem die Sportbehörde mit ihren Zusammenschlüssen einen großen Fehlschlag erlitt, konnte sich unser Verein nach einem Jahr wieder selbständig machen und der Aufnahme in den Verband stand nichts mehr im Wege.
Nun begann der Aufstieg. 1946 gründete der Verein auch eine Damen-Handballmannschaft. Der Handball dominierte. Die Turner freuten sich über zahlreiche Mitglieder.
Die Handball-Abteilung feierte 1947 den Aufstieg aus der zweiten in die erste Kreisklasse. Im gleichen Jahr erwachte der Gedanke an eine Fußball-Abteilung, das mislang von Seiten des Verbandes, und nur Willi Breitenstein war es zu verdanken, daß 1949 der Wunsch erfüllt werden konnte. Die Abteilung konnte sich bis 1958 halten wurde dann aber wegen mangelnden Interesses aufgelöst.
Der Handball war weiterhin dominierend. 1954 schaffte die Handballmannschaft mit Spielern wie Heinz Dräger, Fritz Becker, Fred Brinkmann, Fritz Düdder und Rudi Gans und noch einigen mehr den Aufstieg zur Landesliga. Den Platz konnten sie zwei Jahre behaupten, und nur durch eine Neueinteilung der Staffeln mussten sie in die erste Kreisklasse absteigen, später noch bis zur Zweiten.
Es gab auch damals schon Höhen und Tiefen. Aber man hat es immer verstanden, mit sportbegeisterten, jungen Menschen neue Ziele zu erreichen. Durch gute Jugendarbeit von dem damaligen Jugendleiter Karl-Heinz Volkenrath konnte die Mannschaft neu aufgestockt werden. So harmonierten die erfahrenen, älteren Spieler, kombiniert mit den jugendlichen Spielern, sehr gut, und es ging wieder bergauf. Man hatte wieder eine kampfstarke Mannschaft.
Bald meldete sich auch der Hallensport. So spielte die erste Mannschaft in der Feldsaison in der Kreisliga und in der Hallensaison in der ersten Hallenklasse. Mit der Zeit ging die Aera des Feldhandballs ganz zu Ende. Eine neue Aera, der Hallenhandball, wurde geboren. Viele Sportler trauern heute noch dem Feldhandball nach. Es war auch eine schöne Zeit. Für einige Spieler erforderte der Hallensport eine große Umstellung. Wer auf dem Spielfeld noch wurfkräftig war, musste feststellen, daß er für die Halle nicht schnell genug war. Es wurde ein neuer Handballspielertyp gebraucht. Die fehlenden Spieler konnten aus dem eigenen Nachwuchs nicht immer so schnell ersetzt werden. Man war also auch auf Spieler aus umliegenden Vereinen angewiesen. Durch gute Kameradschaft innerhalb des Vereins machte man es den neuen Kameraden nicht schwer, sich bei uns wohlzufühlen. Es kamen einige. Man machte aber bald einen großen Fehler. Unser Jugendleiter zog nach Bochum und man vernachlässigte die Jugendarbeit. Es wurde zuerst noch nicht bemerkt, aber es sollte sich bald rächen.
Im Jahre 1968 zog die Abteilung Frauenturnen in die Aplerbeckermark ein. Von zwölf Frauen wurde nach einem gewonnen Handballspiel der Männer in der Gaststätte Klasen die Abteilung ins Leben gerufen. Die Frauen turnten unter primitivsten Umständen damals in der alten Turnhalle der Grundschule an der Köln-Berliner-Straße. Die Übungsleiterin war Eva Lenz, die mit viel Mühe und Geduld den Frauen die ersten Turnübungen beibrachte.
Aus der kleinen Runde wurde eine Abteilung, die sich heute mit einer angemessenen Mitgliederzahl sehen lassen kann. Heute kann sie schon ein Jubiläum feiern, 21 Jahre ist auch schon eine schöne Zeit.
1969 wurde dann auch an unsere Jüngsten im Verein gedacht. Die Abteilung Kinderturnen wurde unter der Führung von Frau Schmitt gegründet. Es sollte ein Erfolg werden. Die Kleinen sind immer noch mit voller Begeisterung bei der Sache. Es ist eine Freude, ihnen zuzusehen. Ihre heutige Ubungsleiterin, Frau Kolbe, hat keine Nachwuchssorgen, im Gegenteil.
Wir mussten eine zweite Helferin, Frau Monique Geppert, einstellen. Wir waren froh, eine neue Mitarbeiterin für die Kleinen zu gewinnen. Die Abteilung beläuft sich in diesem Jahr auf 50 Kinder, die in drei Gruppen aufgeteilt turnen. Somit kann die Kinderabteilung auch schon ihr 20 jähriges Jubiläum feiern.
Gleich zwei neue Gruppen wurden 1978 ins Leben gerufen. Die erste Gruppe war die Herren-Trimm-Abteilung. Es fanden sich sportbegeisterte Senioren zusammen, die für das Handballspiel nicht mehr fit genug waren, sich aber trotz allem noch sportlich betätigen wollten. Es ist heute eine Abteilung mit 20 noch jung gebliebenen Männern, die vom Sportkamerad Werner Jakubowski fit gehalten werden. Auch in dieser Gruppe kommt die Kameradschaft nicht zu kurz.
Die zweite Abteilung ist die Jazz-Gymnastik-Abteilung. Da gab es im Anfang doch einige Startschwierigkeiten von Seiten der Übungsleiterinnen, die doch öfter wechselten als es den jungen Sportkameradinnen lieb war. Heute ist es eine fest zusammengewachsene Abteilung, die auch eine große Mitgliederzahl aufzuweisen hat. Beide Abteilungen können auch schon auf ein 10 jähriges Bestehen zurückblicken. Aber nach wie vor ist das Kernstück unseres Vereins, der Handball. Da wir zur Zeit mit den Mannschaften sportlich nicht gerade die Stärksten sind, geht es momentan oft rauf und runter, somit steht die Jugendarbeit für uns an erster Stelle. Die Scherben, die aus vergangenen Jahren hinterlassen wurden, hat der Sportkamerad Werner Jakubowski in langer Kleinarbeit wieder zusammengefügt. Es geht heute wieder bergauf. Die Erfolge sprechen für sich. Es ist ganz egal ob es die C, D, oder E Jugend ist, sie geben ihr Bestes. Der Dank hierfür gilt allen Betreuern, die mit viel persönlichem Einsatz und auf Verzicht eigener Freizeit sich den Jugendlichen annehmen. Außerdem versuchen sie, ihre eigene Begeisterung zum Sport auf die Jugend zu übertragen. Leider wird dieses immer wieder viel zu oft, als eine Selbstverständlichkeit angesehen. Doch es gehört viel Idealismus und Einsatz dazu. Für die Zukunft wünschen wir uns mehr als eine Handvoll davon. Das Gleiche gilt auch für die erste und zweite Mannschaft. Von ihrer Seite gesehen geben sie bestimmt ihr Bestes, aber im letzten Moment fehlt es ihnen an konsequentem Durchsetzungsvermögen und natürlich am kleinen "Quentchen Glück". Wir wünschen ‚dass ihnen wieder einmal der ganz große Durchbruch gelingen möge.
Für die Zukunft erhoffen wir uns für alle Mitglieder und Freunde des Vereins sportlich viele Erfolge und gute Kameradschaft. Für die Führungskräfte, Einigkeit, Umsichtigkeit und Toleranz, damit unsere Nachfolger einmal voller Stolz auf uns zurückschauen können. Unser Einsatz sollte uns beflügeln, den Weg in die Zukunft mit sportlichem Elan anzustreben.

Der Vorstand